• Ohne meine Pferde wäre ich nichts

    Jedes Pferd, das mir auf meinem Weg begegnet, lehrt mich etwas Neues. Dafür bin ich dankbar.

Mein Weg zur Reitkunst

Excalibur (*1997)

Das schönste und wertvollste Geschenk durfte ich zu meinem 18. Geburtstag in meinem Leben begrüßen: Excalibur. Nach guten zehn Jahren Reiterfahrung auf verschiedenen Pflegepferden kam endlich das erste eigene Pferd, und damit begann auch die bislang größte Herausforderung meines Lebens.

Denn Exi, wie er gerufen wird, war mitnichten ein einfaches Pferd. Nicht nur seine Größe von 1,85 m, sondern auch sein sensibler und ängstlicher Charakter forderten mich jeden Tag. Und ich machte es ihm nicht gerade einfacher. Wie ich heute erkenne, setzte ich ihn mit meinem Ehrgeiz unter Druck, zudem konnte ich ihm mit meinen mangelnden Kenntnissen über Psychologie, Pferdesprache und meinen noch wenig vorhandenen Fähigkeiten als Reiter und Lehrer nicht gerecht werden.

Das Ergebnis war der pure Stress bei uns beiden. Die meisten Tage war ich froh, unbeschadet vom Pferd zu steigen. Mit der Zeit wurde die Durchgängerei in der Halle und im Gelände weniger, aber Leichtigkeit und Harmonie schienen lange unerreichbar.

Bis der Begriff Horsemanship in unser Leben trat. Als wir uns auf einer gemeinsamen Ebene verständigen konnten, wurde vieles leichter. Das war vor einigen Jahren. Zu diesem Zeitpunkt erkannte ich auch, dass ich meinem Herzenspferd mit meiner bisherigen Reitweise nicht geholfen habe. Im Gegenteil, seine Fehlstellungen in den Beinen waren nicht das Einzige, was seine körperliche Verfassung stark beeinträchtigte. Ein schwacher Rücken, wenig Muskeln in der Hinterhand und Blockierungen in der Wirbelsäule waren das Resultat meiner zu starken Handeinwirkung und meines unzureichenden Sitzes. Mein mangelndes Verständnis für sein Wesen und seine Bedürfnisse waren sicher Ursache für sein geringes Vertrauen in den Menschen.

Das änderte sich, als ich die Prinzipien des Horsemanship in unser Leben integrierte und mehr auf sein Wohl denn auf die Befriedigung meines Ehrgeizes achtete. Wir wurden langsam ein Team, und nach und nach verzieh er mir meine Fehler. Und mithilfe der Akademischen Reitkunst kann ich ihm heute Stück für Stück über seine körperlichen Schwächen hinweg helfen.

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Happiness bedeutete die Umstellung auf das gebisslose Reiten. Auf einmal konnte Exi besser zuhören und ließ sich zu meinem Erstaunen auch im Gelände leichter regulieren. Er ging bis zum Ende seines „Arbeitslebens“ mit einer Gelassenheit und einer Entspanntheit durch die gestellten Aufgaben, die ich mir nie erträumt hätte. Heute darf er sein Leben als Rentner genießen.

Mittlerweile ist Excalibur ein selbstbewusster älterer Herr, der mich jeden Tag daran erinnert, geduldig und demütig zu sein.

„Das erste Pferd leidet am meisten.“
(Bent Branderup)

Bronco V, Rufname Benny (*2004 † 2018)

Geliebter Benny!

Leider konntest du nur eine kurze Zeit bei mir sein und ich musste mich im August 2018 von dir verabschieden. Ich hoffe, du hast eine tolle Wolke mit viel Gras und Spielkameraden gefunden, von der aus du vielleicht hin und wieder nach unten schaust.

Ich danke dir für alles, was du mir beigebracht hast, und für alles, was ich mit dir erleben durfte. Du warst ein super Pony und hast immer dein Bestes gegeben. Du hast mir so viele schöne Momente beschert, du wirst immer in meinem Herzen bleiben!

Carrusel (*2013)

Seit Oktober 2018 ist ein kleiner Wirbelwind zu mir gekommen! Carrusel macht seinem Namen alle Ehre, er hat immer eine lustige Idee und ist für jeden Spaß zu haben!
Ein solch aktives und aufgewecktes Pferd habe ich noch nie gehabt, und ich freue mich sehr auf unseren gemeinsamen Weg! Die Ausbildung zum Reitpferd stellt uns vor neue Herausforderungen, die wir beide mit großer Freude und mit großem Vergnügen angehen.
Beginnende Bodenarbeit, die Erklärung der Hilfen, Konzentration und Beziehungsarbeit, das sind unsere Schwerpunkte! Und zwischendurch gibt es natürlich auch eine Kraul-Einheit und gemeinsames Spielen, sodass der Spass nicht zu kurz kommt!
Carrusel
Soo was, Zuschauer :-)
Begleitet mich auf meinem Weg mit Carrusel, vom kleinen Schlawiner zum großen 😉 ich bin gespannt, wie unser Weg aussehen wird, welche Umwege und Kurven wir zu nehmen haben und wo wir schließlich ankommen werden!

In meinem Blog werde ich euch die aktuellen Fortschritte und Aufgabenstellungen vorstellen, schaut mal rein!

Caro (*1986)

Caro, das bin ich. Von Kindesbeinen an mit dem Pferdevirus infiziert, konnte ich mir nichts Schöneres vorstellen, als mein Leben mit dem wunderbaren Geschöpf Pferd zu teilen. Dass ich heute diesen Traum leben darf, dafür bin ich sehr dankbar.

Mein Pferdeleben begann mit Ponyreiten, sooft ich meine Eltern dazu überreden konnte. Es folgten Pflegepferde und der Eintritt in einen Reitverein. Mit Excalibur wollte ich meine „Reitkarriere“ ernsthaft verfolgen. Turniere, Unterricht, Leistung bestimmten meinen Alltag. Irgendwann war jedoch der Punkt erreicht, an dem ich umzudenken begann. Nicht nur die schlechte körperliche Verfassung meines Pferdes, die sich auch in häufigen Erkrankungen ausdrückte, stimmten mich nachdenklich. Immerzu war von unsichtbaren, feinen Hilfen und Leichtigkeit die Rede, nur wich das, was ich sah und erlebte, deutlich von meiner Vorstellung davon ab.

Horsemanship

Während meines Studiums der Pferdewirtschaft an der HfWU Nürtingen lernte ich das „Horsemanship“ als Trainingsmethode kennen und beschäftige mich seitdem intensiv mit dem Konzept der Pferdesprache. Für mich ist sie die Grundlage für den respektvollen und tiergerechten Umgang mit Pferden und unverzichtbar für jeden Reiter. Wenn man versteht, wie die sozialen Gefüge in einer Herde und das Denken von Pferden funktionieren, kann man die Zusammenarbeit mit dem Pferd nur erleichtern. Horsemanship ist für mich mittlerweile nicht nur eine Trainingsmethode, sondern eine Lebenseinstellung, die nicht nur meine Arbeit, sondern auch mein restliches Leben prägt und unverzichtbar geworden ist.

Allein damit wird man aber noch kein guter Reiter. Ein guter Reiter, aus Sicht des Pferdes, muss sich auch mit der Biomechanik und dem Lernverhalten von Pferden auskennen. Denn wenn gegen die anatomischen und psychologischen Gegebenheiten gearbeitet wird, entstehen Probleme. Das musste ich mit Excalibur leidvoll erfahren. Erst als ich über eine Kommilitonin die Akademische Reitkunst kennenlernte, öffnete sich die Tür zum wirklichen Verständnis der Reiterei, mit allem was dazu gehört.

Akademische Reitkunst

Bei Isabel Steiner, für mich eine Meisterin der Akademischen Reitkunst und Erfinderin des Filzsattels, besuchte ich zum ersten Mal einen Kurs von Bent Branderup und war überzeugt: In dieser Lehre habe ich meine reiterliche Heimat gefunden. Seitdem besuche ich regelmäßig die Lehrgänge als theoretischer Teilnehmer und nehme jedes Mal einen großen Berg wertvoller Kenntnisse mit nach Hause. Ebenso darf ich ab und zu die Möglichkeit wahrnehmen, mit Benny oder auf Isabel Steiners hervorragend ausgebildeten Pferden bei ihr Unterricht zu nehmen.

Seit 2018 darf ich mich auch Schülerin von Bent Branderup nennen. Die erste aktive Teilnahme an seiner Weekendclinic war eine wunderbare und lehrreiche Erfahrung, aktuell darf ich vom Video Coaching mit dem Meister der akademischen Reitkunst profitieren!

Großes Glück habe ich auch gehabt, Dörte Bialluch vaz Pinto kennen lernen zu dürfen. Mit ihrem einfühlsamen und genauem Unterricht bringt sie uns bei jedem Kurs wieder ein Stücke weiter und ist eine große Bereicherung in unserer Entwicklung!

Nach der Umstellung auf das gebisslose Reiten lernte ich auch Jossy Reynvoet kennen. Den belgischen Horseman und Schüler von Bent Branderup besuche ich regelmäßig, um als Weekstudent meine Fähigkeiten zu verbessern. Dort lerne ich, noch mehr auf meine Körpersprache zu achten und feiner und harmonischer mit dem Pferd zu kommunizieren – gebisslos. Mit großer Freude dürfen wir ihn auch auf unserer jährlichen Weekendclinic in der Nähe von Stuttgart begrüßen.

Weiterbildung

Manchmal kommt man aber mit der besten Ausbildung an Grenzen. Wenn ein physisches oder psychisches Problem eine körperliche Beeinträchtigung nach sich zieht, kann dem Pferd auch auf anderem Wege geholfen werden. Zum Beispiel mit der energetischen Osteopathie, einer ganzheitlichen Herangehensweise der alternativen Heilkunst. Daher entschied ich mich für eine Weiterbildung und bin seit 2017 Therapeutin für Pferdeosteopathie nach EPOS. Die tiefgehenden anatomischen Kenntnisse und die Denkweise der Traditionellen Chinesischen Medizin bereichern auch die Gestaltung meines Unterrichtes.

Die ständige Weiterbildung und das Bedürfnis, meine Fähigkeiten und Kenntnisse jeden Tag zu verbessern, sehe ich als Voraussetzung für die Erfüllung meines Lebenstraumes: ein guter Pferdemensch zu werden.

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